»If you want to win anything - a race, yourself, your life - you have to go a little bit berserk!« – George Sheehan

Studium und Leistungssport

Das heutige Blogthema weicht komplett von meinem bisherigem Inhalt ab. Heutiges Thema ist „die Vereinbarkeit vom Studium und Leistungssport“. Ich bezeichne mich jetzt arroganterweise einfach mal als Leistungssportler. Ich möchte euch hier auf meiner Homepage ein möglichst komplettes, realistisches Bild von mir zeigen. Sportliche Themen hatten wir schon ziemlich viel und daher erweitern wir heute einfach mal das Spektrum.
Öfters habe ich mir schon „anhören müssen“, dass ich mein ganzes Training und die Wettkämpfe ja nur schaffen kann, weil ich noch im Studium sei und man im Studium ja schließlich genügend Zeit habe. Dem möchte ich hier heute widersprechen. Klar ist, dass ich mit der Uni keine 40 Stunden Woche habe – letztes Semester waren es „nur“ 24 Stunden, allerdings vergessen viele, dass ja auch noch Aufgaben und Nachbereitung hinzukommen und im heutigen Studium min. 75 % Anwesenheitspflicht herrscht – zumindest in meinem. Vorteil am Studium ist aber eben, dass ich meine Uniarbeit auch noch abends oder nachts erledigen kann. Das neu gegründete IBH Tristore Team beweist momentan sogar, dass ein erfolgreiches Studium neben Profisport möglich ist.

Studium und intensives Training ist durchaus kombinierbar. Intensives Training ist schließlich auch mit einem normalen Arbeitsalltag möglich. Das große Geheimnis dabei ist die Struktur. Ich habe theoretisch alles halbe Jahr, jeweils an das neue Semester angepasst, einen neuen Trainingsplan. Habe ich einen vollen Unitag wird der Ruhetag eingebaut, ein lockerer Lauf oder Athletiktraining. Daneben muss ich natürlich versuchen meinen Stundenplan so zu legen, dass ich möglichst schon unter der Woche meine lange Radeinheit und meinen langen Lauf einbaue, weil an Wochenenden oftmals ja Wettkämpfe anstehen und diese beiden Kerneinheiten in keinem Langdistanztraining fehlen dürfen. Mittlerweile weiß ich, dass ich dienstags, donnerstags und freitags am Nachmittag schwimme und ich mir dort keine Uni hinlegen kann/darf. Möchte ich beispielsweise am Donnerstagabend nach dem Schwimmen noch lange laufen, so muss die lange Radeinheit also am Montag oder Mittwoch eingebaut werden. Als Umkehrschluss bedeutet dies natürlich, dass dienstags und freitags noch die Intervalle auf dem Rad und beim Laufen irgendwie eingebaut werden müssen. Das schaffe ich nicht immer. So hatte ich letztes Jahr meine Laufintervalle immer samstags und damit ggf. am Vortag vom Wettkampf. Das war in diesem Falle aber nicht so schlimm, da meine Rennen außer Lanzarote und Mallorca ja eh nur Testwettkämpfe waren.

In Wirtschaft/Politik habe ich den Vorteil, dass ich in meinen Politikseminaren sowie Wirtschaftsvorlesungen Auswahlmöglichkeiten habe. Achte ich also hier nicht auf das Thema, sondern den Termin, kriege ich meinen Stundenplan gut organisiert. Einzig die Fachdidaktikkurse werden nur einmal angeboten und haben somit keinen Spielraum. In Geschichte zeigt sich ein ähnliches Bild. Fachdidaktik bietet auch null Spielraum. Dafür kann ich zwischen den drei Epochen Antike, Mittelalter und Neuzeit schon einmal auswählen (ich muss nur jede Epoche 2x im Bachelor und 1 × im Master abarbeitet haben) und habe danach zwischen den Vorlesungen und Seminaren auch noch einmal Auswahlmöglichkeiten. Mir muss da nur egal sein, ob ich nun beispielsweise Bismarck oder die französische Revolution behandle und ich statt Bismarck am Mittwoch um 12 Uhr lieber zur Revolution am Dienstag um 14 Uhr vorm Schwimmen gehe. In Pädagogik und Psychologie habe ich bei der Wahl die Möglichkeit drei priorisierte Seminare auszuwählen und meistens passen schon zwei Seminare in mein Trainingsgerüst.

Eine weitere Möglichkeit bietet natürlich das Sportforum an der Uni. Habe ich einen Kurs Pause, habe ich an der Uni 2,5 Std Zeit (90 Min. Vorlesungszeit + 2 × 30 Min. Pause wegen der akademischen Startzeit). Ich kann also schnell ins Sportforum flitzen, meine Klamotten einschließen, Laufklamotten anziehen und fix einen Lauf absolvieren und trotzdem geduscht im nächsten Seminar sitzen.

Des weiteren darf man natürlich nicht die Kulanz der Dozenten vergessen. Ich habe für das Sommersemester einige Seminare bei der Anmeldung nicht bekommen und habe den Dozenten eine nette Mail mit Verweis auf meine Vorbereitung für die IRONMAN Weltmeisterschaft geschrieben. Da komme ich in der Regel dann auch in den Wunschkurs. ;-)
Falls einer meiner lieben Dozenten/Professoren dies liest: Danke für eure Hilfe!

Das klingt jetzt alles ziemlich simpel, aber so ist es nicht immer. Den Entschluss für diesen Blogpost habe ich vor ein paar Wochen in der Klausurzeit gefasst. Für die Lernerei gibt so ziemlich jeder normale Student so ziemlich jegliches Leben auf und lernt von morgens bis abends. In den zwei, drei Wochen ist sinnvolles Training schwer bis kaum realisierbar. Das ist ziemliche Grütze. Zum einen will man trainieren und den Kopf freipusten, zum anderen will man auch nicht durchfallen. Trainiere ich nun also und habe ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Lernen oder lerne ich und habe ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Training? Schwierig. Normal ziehe ich in dieser Zeit das Lernen vor. Lieber einmal zwei, drei Wochen reduziert trainieren, anstatt durchzufallen und noch einmal lernen zu müssen und damit wieder komplette Trainingswochen zu verlieren. Das ist dann aber eine Vernunftsentscheidung und keine Herzenssache und daher manchmal echt schwer in den Kopf zu kriegen. Schwierig!
Ein weiterer Punkt ist außerdem, dass man nach 3 × durchfallen in einer Klausur für alle Studiengänge mit der Klausur deutschlandweit gesperrt wird. Ich behaupte einfach mal, dass so ein Druck größer ist als im Berufsleben – habe dazu aber bekannterweise keine eigene Erfahrung. Als Bafög-Student ist man außerdem noch Leistungsnachweise schuldig, sodass man nicht einmal sein Studium verlängern kann, weil ansonsten die Studienfinanzierung einfach nicht mehr steht.

Sind die Klausuren geschrieben, muss ich oftmals noch Hausarbeiten schreiben, sodass ich in der vorlesungsfreien Zeit keine Semesterferien habe, sondern zwischen Training auch noch irgendwie wieder die Uni koordinieren muss – in diesem Falle nur eben in Eigenregie. Aktuell sitze ich z. B. nach meinem Umzug an einer 20–25-seitigen Hausarbeit in Fachdidaktik für Geschichte. Manche Studenten schreiben das als Bachelorarbeit...

Wie ihr seht, ist ein Studium und Sport also durchaus kombinierbar, man muss nur den nötigen Willen und einen Plan dazu haben, um die Sache durchstrukturiert anzugehen – naja und manchmal eben ein bisschen Glück bei der Onlineanmeldung der Erste zu sein, bevor die Uniserver abschmieren …

Ich hoffe, dass ich euch damit mal einen anderen Einblick in mein Leben zeigen konnte. Wenn mehr solcher Themen gewünscht sind, dürft ihr gerne Fragen dazu stellen oder Themenwünsche äußern. Ich werde diese dann sicherlich behandeln. Versprochen!

Nächste Woche geht es dann wieder sportlich(er) weiter.

Seid fleißig und bis dann,
Tim

Studium und Leistungssport

Das heutige Blogthema weicht komplett von meinem bisherigem Inhalt ab. Heutiges Thema ist „die Vereinbarkeit vom Studium und Leistungssport“. Ich bezeichne mich jetzt arroganterweise einfach mal als Leistungssportler. Ich möchte euch hier auf meiner Homepage ein möglichst komplettes, realistisches Bild von mir zeigen. Sportliche Themen hatten wir schon ziemlich viel und daher erweitern wir heute einfach mal das Spektrum.
Öfters habe ich mir schon „anhören müssen“, dass ich mein ganzes Training und die Wettkämpfe ja nur schaffen kann, weil ich noch im Studium sei und man im Studium ja schließlich genügend Zeit habe. Dem möchte ich hier heute widersprechen. Klar ist, dass ich mit der Uni keine 40 Stunden Woche habe – letztes Semester waren es „nur“ 24 Stunden, allerdings vergessen viele, dass ja auch noch Aufgaben und Nachbereitung hinzukommen und im heutigen Studium min. 75 % Anwesenheitspflicht herrscht – zumindest in meinem. Vorteil am Studium ist aber eben, dass ich meine Uniarbeit auch noch abends oder nachts erledigen kann. Das neu gegründete IBH Tristore Team beweist momentan sogar, dass ein erfolgreiches Studium neben Profisport möglich ist.

Studium und intensives Training ist durchaus kombinierbar. Intensives Training ist schließlich auch mit einem normalen Arbeitsalltag möglich. Das große Geheimnis dabei ist die Struktur. Ich habe theoretisch alles halbe Jahr, jeweils an das neue Semester angepasst, einen neuen Trainingsplan. Habe ich einen vollen Unitag wird der Ruhetag eingebaut, ein lockerer Lauf oder Athletiktraining. Daneben muss ich natürlich versuchen meinen Stundenplan so zu legen, dass ich möglichst schon unter der Woche meine lange Radeinheit und meinen langen Lauf einbaue, weil an Wochenenden oftmals ja Wettkämpfe anstehen und diese beiden Kerneinheiten in keinem Langdistanztraining fehlen dürfen. Mittlerweile weiß ich, dass ich dienstags, donnerstags und freitags am Nachmittag schwimme und ich mir dort keine Uni hinlegen kann/darf. Möchte ich beispielsweise am Donnerstagabend nach dem Schwimmen noch lange laufen, so muss die lange Radeinheit also am Montag oder Mittwoch eingebaut werden. Als Umkehrschluss bedeutet dies natürlich, dass dienstags und freitags noch die Intervalle auf dem Rad und beim Laufen irgendwie eingebaut werden müssen. Das schaffe ich nicht immer. So hatte ich letztes Jahr meine Laufintervalle immer samstags und damit ggf. am Vortag vom Wettkampf. Das war in diesem Falle aber nicht so schlimm, da meine Rennen außer Lanzarote und Mallorca ja eh nur Testwettkämpfe waren.

In Wirtschaft/Politik habe ich den Vorteil, dass ich in meinen Politikseminaren sowie Wirtschaftsvorlesungen Auswahlmöglichkeiten habe. Achte ich also hier nicht auf das Thema, sondern den Termin, kriege ich meinen Stundenplan gut organisiert. Einzig die Fachdidaktikkurse werden nur einmal angeboten und haben somit keinen Spielraum. In Geschichte zeigt sich ein ähnliches Bild. Fachdidaktik bietet auch null Spielraum. Dafür kann ich zwischen den drei Epochen Antike, Mittelalter und Neuzeit schon einmal auswählen (ich muss nur jede Epoche 2x im Bachelor und 1 × im Master abarbeitet haben) und habe danach zwischen den Vorlesungen und Seminaren auch noch einmal Auswahlmöglichkeiten. Mir muss da nur egal sein, ob ich nun beispielsweise Bismarck oder die französische Revolution behandle und ich statt Bismarck am Mittwoch um 12 Uhr lieber zur Revolution am Dienstag um 14 Uhr vorm Schwimmen gehe. In Pädagogik und Psychologie habe ich bei der Wahl die Möglichkeit drei priorisierte Seminare auszuwählen und meistens passen schon zwei Seminare in mein Trainingsgerüst.

Eine weitere Möglichkeit bietet natürlich das Sportforum an der Uni. Habe ich einen Kurs Pause, habe ich an der Uni 2,5 Std Zeit (90 Min. Vorlesungszeit + 2 × 30 Min. Pause wegen der akademischen Startzeit). Ich kann also schnell ins Sportforum flitzen, meine Klamotten einschließen, Laufklamotten anziehen und fix einen Lauf absolvieren und trotzdem geduscht im nächsten Seminar sitzen.

Des weiteren darf man natürlich nicht die Kulanz der Dozenten vergessen. Ich habe für das Sommersemester einige Seminare bei der Anmeldung nicht bekommen und habe den Dozenten eine nette Mail mit Verweis auf meine Vorbereitung für die IRONMAN Weltmeisterschaft geschrieben. Da komme ich in der Regel dann auch in den Wunschkurs. ;-)
Falls einer meiner lieben Dozenten/Professoren dies liest: Danke für eure Hilfe!

Das klingt jetzt alles ziemlich simpel, aber so ist es nicht immer. Den Entschluss für diesen Blogpost habe ich vor ein paar Wochen in der Klausurzeit gefasst. Für die Lernerei gibt so ziemlich jeder normale Student so ziemlich jegliches Leben auf und lernt von morgens bis abends. In den zwei, drei Wochen ist sinnvolles Training schwer bis kaum realisierbar. Das ist ziemliche Grütze. Zum einen will man trainieren und den Kopf freipusten, zum anderen will man auch nicht durchfallen. Trainiere ich nun also und habe ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Lernen oder lerne ich und habe ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Training? Schwierig. Normal ziehe ich in dieser Zeit das Lernen vor. Lieber einmal zwei, drei Wochen reduziert trainieren, anstatt durchzufallen und noch einmal lernen zu müssen und damit wieder komplette Trainingswochen zu verlieren. Das ist dann aber eine Vernunftsentscheidung und keine Herzenssache und daher manchmal echt schwer in den Kopf zu kriegen. Schwierig!
Ein weiterer Punkt ist außerdem, dass man nach 3 × durchfallen in einer Klausur für alle Studiengänge mit der Klausur deutschlandweit gesperrt wird. Ich behaupte einfach mal, dass so ein Druck größer ist als im Berufsleben – habe dazu aber bekannterweise keine eigene Erfahrung. Als Bafög-Student ist man außerdem noch Leistungsnachweise schuldig, sodass man nicht einmal sein Studium verlängern kann, weil ansonsten die Studienfinanzierung einfach nicht mehr steht.

Sind die Klausuren geschrieben, muss ich oftmals noch Hausarbeiten schreiben, sodass ich in der vorlesungsfreien Zeit keine Semesterferien habe, sondern zwischen Training auch noch irgendwie wieder die Uni koordinieren muss – in diesem Falle nur eben in Eigenregie. Aktuell sitze ich z. B. nach meinem Umzug an einer 20–25-seitigen Hausarbeit in Fachdidaktik für Geschichte. Manche Studenten schreiben das als Bachelorarbeit...

Wie ihr seht, ist ein Studium und Sport also durchaus kombinierbar, man muss nur den nötigen Willen und einen Plan dazu haben, um die Sache durchstrukturiert anzugehen – naja und manchmal eben ein bisschen Glück bei der Onlineanmeldung der Erste zu sein, bevor die Uniserver abschmieren …

Ich hoffe, dass ich euch damit mal einen anderen Einblick in mein Leben zeigen konnte. Wenn mehr solcher Themen gewünscht sind, dürft ihr gerne Fragen dazu stellen oder Themenwünsche äußern. Ich werde diese dann sicherlich behandeln. Versprochen!

Nächste Woche geht es dann wieder sportlich(er) weiter.

Seid fleißig und bis dann,
Tim


comments powered by Disqus

SPONSOREN & PARTNER

Dextro Energy Polar Deutschland Steffi Steinberg KiWAMi CraftSwiss Eye Rhenotherm well you! MIIEGO wettbasis.com rad salon Holstein Reha