»If you want to win anything - a race, yourself, your life - you have to go a little bit berserk!« – George Sheehan

Projekt IRONMAN Wales

Wenn Du diesen Artikel liest, bin ich bereits in Tenby, in Wales. Mein Ziel an diesem Wochenende ist klar, denn allein schon die Überschrift erklärt alles: Ich bin zum IRONMAN Wales gemeldet. Mehr dazu aber später, denn ich muss vorher ein wenig Abbitte leisten und weiter ausholen.

Wenn Du diesen Artikel liest, dann ist er schon ein paar Tage älter - um genau zu sein 17 Tage. Aktuell sitze ich nämlich im Zug in Richtung Süden, weil ich morgen in Bad Honnef bei meiner Trainerin meine finalen Leistungsteste habe und damit die zehn Monate Vorbereitungszeit wirklich in die finale Phase geht. Wie genau die Werte morgen ausschauen, ist mir aber fast ein wenig egal. Ich weiß, dass ich fit und so gut wie noch nie vorbereitet bin. Die Werte morgen bringen mir nur die finale Gewissheit und die finalen Pacewerte, mit denen ich ins Rennen gehe. Spannend!
Bevor ich mich, als Neuling unter den Datenfreaks, von irgendwelchen Werten im Blogartikel leiten lasse, schreibe ich ihn lieber vorher. Außerdem nehme ich mir damit ein Stück weit mehr Druck in Wales. Nein, falsch: Ich generiere mir Freizeit, weil ich nicht mehr in den wichtigen Tagen vorher bloggen muss/will.

Holen wir nun weiter aus:
Als ich mich das erste Mal mit Steffi am Telefon letztes Jahr Ende Oktober über meine Ziele unterhalten habe, war mir eigentlich schon klar: Mein Lieblingsrennen auf Mallorca wird als volle Langdistanz im September nicht mehr stattfinden. Mit den Rennen in Barcelona und Italien bietet IRONMAN zwar noch zwei weitere europäische Rennen mit einer Hawaiiqualifikation für 2018 im Herbst an, aber die Strecken sind arschflach (sorry für die Ausdrucksweise) und damit etwas für Drücker auf dem Rad und keine leichten Bergflöhe. Als Alternativen bleiben Louisville und Maryland in den USA sowie Malaysia sowie Busselton (Westaustralien), aber die bleiben mir auch noch, wenn das hier am Sonntag schiefgehen sollte.
Also Wales: Schwimmen in der Nordsee (oder ist es schon der Atlantik?), 1,5 km Laufstrecke inkl. einer Klippe hinauf durch Tenby bis zu meinem Rad, knapp über 2500 Höhenmeter auf der Radstrecke mit neun Steigungen über 15 % sowie einem Marathon mit etwa 400 Höhenmetern und zwölf Wendepunkten und das alles mit der Option auf Starkregen und Sturm. Einfach klingt anders. In der Kurzfassung: für einen Bergzwerg und einen Norddeutschen, der Wind und Sturm gewöhnt ist, ist es die perfekte Alternative zu den flachen Strecken. Für einen Berserker sowieso. Jackpot!
So einfach wurde aus meiner Idee meine #roadtoKona 2018 mit Zwischenhalt in Wales.

Meinen Sponsoren und privaten Förderern habe ich im November oder Dezember von der Saisonplanung berichtet. Angemeldet habe ich mich dank dem ganzen Brexit-Desaster erst im Frühsommer als der Pfundkurs mal wieder herrlich abgestürzt war. Wenigstens einmal im Leben günstig einen IRONMAN buchen.

Warum habe ich dann aber euch nichts erzählt?

Der größte Kritiker, bin ich selber. In den letzten Jahren habe ich, für mich zumindest, mehrfach ziemlich groß die Klappe aufgerissen und bin dann an meinen Zielen gescheitert. Also wollte ich dieses Mal einfach mal meinen eigenen Druck reduzieren, indem ich einfach nicht mit meinem A-Rennen hausieren gehe. Und so leid es mir auch für dich als Leser/in tut: Mir hat diese Taktik gut getan. Sehr gut um ganz ehrlich zu sein. Die Rad- und Laufeinheiten, in denen ich in diesem Jahr mal nicht an Wales gedacht habe, die kann ich an einer Hand abzählen. Motiviert trainieren, volle Konzentration auf die Saison und dann Anfang September mal so richtig einen raushauen.
Wenn ich auf der Rolle meine Radeinheiten gefahren bin (und das bin ich dieses Jahr echt viel), hatte ich ab März zwei Aussichten:

  1. Die ausgedruckte Seite vom Erstplatzierten aus meiner Altersklasse im letzten Jahr. Joe Beech, deine Zeiten kenne ich nun wahrlich auswendig. Wird Zeit, dass Du von meiner weißen Wand verschwindest.
  2. Das GoPro Video von der Radstrecke auf meinem Laptop. Fragt mich nicht, wie häufig ich die 6 Stunden durchgeguckt habe. Häufig.

Vor dem OstseeMan war ich auf einmal krank. Scheibenkleister! Sechs Wochen vor seinem Hauptrennen verliert man nicht gerne Substanz. Entsprechend verlief dann auch das Rennen und meine Nerven waren ein wenig blank. Seitdem sind meine Trainingsleistungen bei 110 % und der Kopf auch wieder neu resetet. Im Nachhinein war die Krankheit gar nicht so verkehrt. Ich weiß nun wieder, dass es ein sehr hohes Gut ist überhaupt gesund und gut trainiert an der Startlinie stehen zu dürfen. Kommt dann noch das Quäntchen Glück hinzu, wird Wales mein Rennen.
Eigentlich habe ich vor lauter Motivation eh nichts zu verlieren: Läuft es nicht so rund, kann ich meinen Frust sehr gut in Aggression und damit Kraft kanalisieren. Läuft es perfekt, werde ich vor lauter Endorphinen eh keinen Schmerz verspüren. Letztendlich ist ein IRONMAN aber ein IRONMAN. Bei so einem langen Rennen passiert so unendlich viel. Davor habe ich Angst.

Lieber Mensch dort oben,
Eine Langdistanz ist immer ein wenig ein Glücksspiel. Passt mir das Wetter? Sind die Beine perfekt? Spielt der Kopf mit? Bleibt der Magen ruhig? Ich habe nun fünf Langdistanzen hinter mir. In vier Rennen davon habe ich ziemlich und im fünften habe ich durch Verletzungen in der Vorbereitung gelitten. Wird mal Zeit, dass Du mir ein tolles Rennen gönnst oder?! Und falls Du mir wieder Steine in den Weg legst: Ich bin gut vorbereitet. Also muss dir schon mehr als in Frankfurt, Lanzarote, Mallorca, Hawaii und Glücksburg einfallen.

Liebe Defekthexe,
Ich hatte zwar beim OstseeMan keinen eigenen Defekt, habe aber einen mit meinem eigenen Werkzeug behoben. Das zählt auch. Dazu kommen Platten im Training. Damit sind wir quit. Deal?!     

Für alle anderen:
Wer meine Rennen in den letzten Jahren verfolgt hat, wird auch in diesem Jahr meinen privaten Liveticker nicht vermissen. Einfach auf meiner Facebookseite vorbeischauen. Ansonsten bin ich die Startnummer 619. Für mich geht es ab 6:50 Uhr ins Wasser - bei euch ist das 7:50 Uhr. Ich bin dann auch pünktlich zum Abendbrot im Ziel. Versprochen 😉

Bis in Kürze!
Tim

Projekt IRONMAN Wales

Wenn Du diesen Artikel liest, bin ich bereits in Tenby, in Wales. Mein Ziel an diesem Wochenende ist klar, denn allein schon die Überschrift erklärt alles: Ich bin zum IRONMAN Wales gemeldet. Mehr dazu aber später, denn ich muss vorher ein wenig Abbitte leisten und weiter ausholen.

Wenn Du diesen Artikel liest, dann ist er schon ein paar Tage älter - um genau zu sein 17 Tage. Aktuell sitze ich nämlich im Zug in Richtung Süden, weil ich morgen in Bad Honnef bei meiner Trainerin meine finalen Leistungsteste habe und damit die zehn Monate Vorbereitungszeit wirklich in die finale Phase geht. Wie genau die Werte morgen ausschauen, ist mir aber fast ein wenig egal. Ich weiß, dass ich fit und so gut wie noch nie vorbereitet bin. Die Werte morgen bringen mir nur die finale Gewissheit und die finalen Pacewerte, mit denen ich ins Rennen gehe. Spannend!
Bevor ich mich, als Neuling unter den Datenfreaks, von irgendwelchen Werten im Blogartikel leiten lasse, schreibe ich ihn lieber vorher. Außerdem nehme ich mir damit ein Stück weit mehr Druck in Wales. Nein, falsch: Ich generiere mir Freizeit, weil ich nicht mehr in den wichtigen Tagen vorher bloggen muss/will.

Holen wir nun weiter aus:
Als ich mich das erste Mal mit Steffi am Telefon letztes Jahr Ende Oktober über meine Ziele unterhalten habe, war mir eigentlich schon klar: Mein Lieblingsrennen auf Mallorca wird als volle Langdistanz im September nicht mehr stattfinden. Mit den Rennen in Barcelona und Italien bietet IRONMAN zwar noch zwei weitere europäische Rennen mit einer Hawaiiqualifikation für 2018 im Herbst an, aber die Strecken sind arschflach (sorry für die Ausdrucksweise) und damit etwas für Drücker auf dem Rad und keine leichten Bergflöhe. Als Alternativen bleiben Louisville und Maryland in den USA sowie Malaysia sowie Busselton (Westaustralien), aber die bleiben mir auch noch, wenn das hier am Sonntag schiefgehen sollte.
Also Wales: Schwimmen in der Nordsee (oder ist es schon der Atlantik?), 1,5 km Laufstrecke inkl. einer Klippe hinauf durch Tenby bis zu meinem Rad, knapp über 2500 Höhenmeter auf der Radstrecke mit neun Steigungen über 15 % sowie einem Marathon mit etwa 400 Höhenmetern und zwölf Wendepunkten und das alles mit der Option auf Starkregen und Sturm. Einfach klingt anders. In der Kurzfassung: für einen Bergzwerg und einen Norddeutschen, der Wind und Sturm gewöhnt ist, ist es die perfekte Alternative zu den flachen Strecken. Für einen Berserker sowieso. Jackpot!
So einfach wurde aus meiner Idee meine #roadtoKona 2018 mit Zwischenhalt in Wales.

Meinen Sponsoren und privaten Förderern habe ich im November oder Dezember von der Saisonplanung berichtet. Angemeldet habe ich mich dank dem ganzen Brexit-Desaster erst im Frühsommer als der Pfundkurs mal wieder herrlich abgestürzt war. Wenigstens einmal im Leben günstig einen IRONMAN buchen.

Warum habe ich dann aber euch nichts erzählt?

Der größte Kritiker, bin ich selber. In den letzten Jahren habe ich, für mich zumindest, mehrfach ziemlich groß die Klappe aufgerissen und bin dann an meinen Zielen gescheitert. Also wollte ich dieses Mal einfach mal meinen eigenen Druck reduzieren, indem ich einfach nicht mit meinem A-Rennen hausieren gehe. Und so leid es mir auch für dich als Leser/in tut: Mir hat diese Taktik gut getan. Sehr gut um ganz ehrlich zu sein. Die Rad- und Laufeinheiten, in denen ich in diesem Jahr mal nicht an Wales gedacht habe, die kann ich an einer Hand abzählen. Motiviert trainieren, volle Konzentration auf die Saison und dann Anfang September mal so richtig einen raushauen.
Wenn ich auf der Rolle meine Radeinheiten gefahren bin (und das bin ich dieses Jahr echt viel), hatte ich ab März zwei Aussichten:

  1. Die ausgedruckte Seite vom Erstplatzierten aus meiner Altersklasse im letzten Jahr. Joe Beech, deine Zeiten kenne ich nun wahrlich auswendig. Wird Zeit, dass Du von meiner weißen Wand verschwindest.
  2. Das GoPro Video von der Radstrecke auf meinem Laptop. Fragt mich nicht, wie häufig ich die 6 Stunden durchgeguckt habe. Häufig.

Vor dem OstseeMan war ich auf einmal krank. Scheibenkleister! Sechs Wochen vor seinem Hauptrennen verliert man nicht gerne Substanz. Entsprechend verlief dann auch das Rennen und meine Nerven waren ein wenig blank. Seitdem sind meine Trainingsleistungen bei 110 % und der Kopf auch wieder neu resetet. Im Nachhinein war die Krankheit gar nicht so verkehrt. Ich weiß nun wieder, dass es ein sehr hohes Gut ist überhaupt gesund und gut trainiert an der Startlinie stehen zu dürfen. Kommt dann noch das Quäntchen Glück hinzu, wird Wales mein Rennen.
Eigentlich habe ich vor lauter Motivation eh nichts zu verlieren: Läuft es nicht so rund, kann ich meinen Frust sehr gut in Aggression und damit Kraft kanalisieren. Läuft es perfekt, werde ich vor lauter Endorphinen eh keinen Schmerz verspüren. Letztendlich ist ein IRONMAN aber ein IRONMAN. Bei so einem langen Rennen passiert so unendlich viel. Davor habe ich Angst.

Lieber Mensch dort oben,
Eine Langdistanz ist immer ein wenig ein Glücksspiel. Passt mir das Wetter? Sind die Beine perfekt? Spielt der Kopf mit? Bleibt der Magen ruhig? Ich habe nun fünf Langdistanzen hinter mir. In vier Rennen davon habe ich ziemlich und im fünften habe ich durch Verletzungen in der Vorbereitung gelitten. Wird mal Zeit, dass Du mir ein tolles Rennen gönnst oder?! Und falls Du mir wieder Steine in den Weg legst: Ich bin gut vorbereitet. Also muss dir schon mehr als in Frankfurt, Lanzarote, Mallorca, Hawaii und Glücksburg einfallen.

Liebe Defekthexe,
Ich hatte zwar beim OstseeMan keinen eigenen Defekt, habe aber einen mit meinem eigenen Werkzeug behoben. Das zählt auch. Dazu kommen Platten im Training. Damit sind wir quit. Deal?!     

Für alle anderen:
Wer meine Rennen in den letzten Jahren verfolgt hat, wird auch in diesem Jahr meinen privaten Liveticker nicht vermissen. Einfach auf meiner Facebookseite vorbeischauen. Ansonsten bin ich die Startnummer 619. Für mich geht es ab 6:50 Uhr ins Wasser - bei euch ist das 7:50 Uhr. Ich bin dann auch pünktlich zum Abendbrot im Ziel. Versprochen 😉

Bis in Kürze!
Tim


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