»If you want to win anything - a race, yourself, your life - you have to go a little bit berserk!« – George Sheehan

IRONMAN Santa Rosa

Das Streben nach Perfektion – mein IRONMAN Santa Rosa
 
Lange ist es her, dass ich meine Homepage zum Bloggen genutzt habe. Zum IRONMAN Wales um genau zu sein. Das ist nun acht Monate her. Uff. Viel hat sich seitdem verändert und vieles ist so identisch geblieben.
 
Ich habe zum Beispiel an meinen Schwächen gearbeitet: Rad fahren und mit dem Schwimmen zu koppeln. Außerdem gab es eine neue, aerodynamischere, aber für die Oberschenkel entlastende Radposition.
An meiner Schwäche, dass ich mehr bloggen will, habe ich weniger gearbeitet. Manchmal ist das real life dann eben doch wichtiger. Meine sozialen Kanäle sind dafür immer up to date. Versprochen!

Nach der äußerst knapp verpassten Qualifikation für Hawaii in Wales bin ich erst einmal in ein tiefes Loch gefallen. Manchmal war es so tief wie unsere Badewanne und ich war froh, dass ich mich beim Duschen hinsetzen konnte und manchmal war es so tief wie bis zum Erdkern. Mittlerweile habe ich aber meine Lehren aus Wales gezogen. Ich stehe nun noch früher auf, esse weniger Brötchen am Rennmorgen und weiß vor allem eines: Niemals aufgeben Tim! Das ist meine große Lehre. Zwischenzeitlich hatte ich schließlich über 20 min Rückstand auf den Qualiplatz. Dass es am Ende quasi nur der Toilettenstopp war, ist tragisch, zeigt aber meine Kämpfermentalität. Mit meiner Trainerin Steffi hatte ich eine Woche nach dem Rennen telefoniert, wo denn nun der Fahrplan hingeht. Kurzzeitig hatten wir die Idee im Oktober Louisville hinterher zu schieben, aber dazu war ich dann mental und körperlich im Eimer. Da ich ja mittlerweile doch ein wenig an die Schulferien gebunden bin und mir ein Rennen in Europa im Sommer zu spät war, fiel die Wahl ziemlich einfach auf Santa Rosa – ein Rennen mit viel Tradition und Herzblut. Bevor es von der Ironman Cooperation gekauft wurde, hieß das Rennen Vineman und hat hier drüber ähnlichen Kultcharakter wie z. B. Moritzburg oder eben Roth in klein (1900 Starter/innen). Die Community hier ist zumindest gigantisch und die Vorfreude auf Samstag sieht man hier vielen an. Auch die Strecken sind total liebevoll. Insgesamt ist das hier also kein weiteres 0815 IRONMANrennen, sondern ein verwurzeltes Kultrennen. Das ist toll!
 
Ursprünglich war die Planung natürlich eine Trotzreaktion getreu dem Motto jetzt erst recht die Quali holen. Im Laufe des schier endlos langen Winters ist mir aber bewusster geworden, dass es nicht immer nur um Platzierungen geht. Ich könnte so am Samstag z. B. Dritter werden, damit die Hawaiiquali verpassen, das Rennen meines Lebens abliefern und wäre trotzdem unzufrieden. Wenn ich mir dann noch die Verbeamtungsrate sowie die Ausbildungsquote von Lehrern in Schleswig-Holstein angucke, dann ist mir bewusst, dass mein Leben in den nächsten zehn Jahren vor allem eins sein wird: unplanbar. In zehn Jahren wird Hawaii allerdings auch noch immer da sein.
 
Letztendlich geht es also doch nur darum, dass ich mit mir selber zufrieden bin. Ok, meine Sponsoren natürlich auch, aber letztendlich steht bei mir das Ich im Fokus. Traurige Bilder will niemand sehen.
Wenn ich mir dann also meine Langdistanzkarriere so angucke, fällt mir ebenfalls auf: So richtig zufrieden bin ich nur mit einem von sechs Rennen. Eins aus sechs. Das ist irre.
 
2010 in Frankfurt bin ich gewandert und nach 14 Stunden als drittjüngster Finisher mit Magenkrämpfen deluxe ins Ziel gekommen. Das war echt hardcore.
 
2014 auf Lanzarote bin ich zwar Dritter in meiner Altersklasse geworden, habe mir aber in der Rennwoche einen Muskelfasteranriss zugezogen und bin entsprechend 25 km des Marathons gewandert.
 
2014 auf Mallorca bin ich 2. in der Altersklasse mit Hawaiiquali geworden. Das war cool! Mein Strahlerennen, von dem ich noch immer viel Energie ziehe.
 
2015 war ich auf Hawaii. Dass ich dort total dehydriert und verkrampft auf der Laufstrecke gelitten habe und im Zielbereich kollabiert bin, wissen sicherlich noch die meisten. Das war Affenhitze pur.
 
2015 beim OstseeMan war irgendwie Scheiße am Schuh beim Radeln und entsprechend zäh auf der Laufstrecke.
 
2016 in Wales hatte ich furchtbare erste 60 Radkilometer, danach war es cool und das Laufen war eine erbarmungslose Hatz.
 
Das klingt jetzt alles so negativ. Natürlich ist dort viel schiefgegangen, aber aus Erfahrungen lernt man. Jeder Fehler führt zu einer Erfahrung und diese zu einer späteren richtigen Entscheidung. Für mich geht es hier in Santa Rosa am Samstag also darum, dass ich mein perfektes Rennen abliefere und mit einem fetten Lächeln im Ziel stehe.
Sollte ich dann wieder knapp die Qualifikation verpassen, werde ich zwar sicherlich wieder weinen, dann aber nur kurz und wissen, dass ich mein Bestes gegeben habe. Dafür bin ich hier. Um von KM 0 bis KM 226 ins Schwarze zu gehen. Ganz ohne Mindfuck und Druck im Kopf, denn darum geht es: Gehts raus und habt Spaß da draußen!
 
Dieser Blogartikel soll nun keine Vorabentschuldigung sein, weil ich zufällig meine Altersklasse durchgescant habe (habe ich ja aber), denn wenn mich jemand fragt, wie sehr ich die Quali oder ein geiles Rennen wirklich möchte, müsste ich wie Chuck Norris antworten: Alles!
 
Ich habe im Winter hart, sehr hart an mir gearbeitet. Wenn ich vor dem Spiegel stehe, habe ich so wenig Körperfett wie 2014 nicht mehr. Und das im Mai und nicht im September. Ich habe mehr als nur #richtigbock. Mein Material stimmt, dank meiner Sponsoren, auf den Punkt genau. Die Woche hier war außer der Radverspätung dank meiner Begleitung tiefenentspannt, die Gegend ist traumhaft und ich bin ready to go.
 
Kommen wir zum Technischen:
Samstag 6:40 Uhr ist Startzeit. Für euch ist das 15:40 Uhr mitteleuropäische Sommerzeit. Meine Startnummer ist die 355. Mich kann man via IRONMAN App, im Tracker auf der Homepage sowie in gewohnter Form mit meinem persönlichen Liveticker in meinen sozialen Netzwerken verfolgen. 3,8 km Schwimmen im Lake Samoa, 180 km Rad fahren im Napa Valley, um den Russian River und das Dry Creek Valley (für die Weinkenner) sowie ein Marathon laufen in Santa Rosa Downtown stadtauswärts an irgendeinem Flüsschen entlang. Wir erwarten bis zu 31 ℃, Windböen bis zu 65 km/h aus Nordwest und jeder Menge Muskelkater und Sonnenbrand. Die Radstrecke bietet zwischen 1200 und 1800 Höhenmeter (die eine Karte sagt dies, die andere jenes), die Laufstrecke etwa 80 inklusive etwa 25 Wendepunkten. Profis sind hier nicht am Start. Für mich kann dies also nur eines heißen: Jagd auf das Führungsfahrzeug! 😉
 
Gerade an Tagen wie Samstag, ist dieser Satz für mich so wichtig geworden:
 
If you want to win anything – a race, your self (!), your life – you have to go a little berserk.

IRONMAN Santa Rosa

Das Streben nach Perfektion – mein IRONMAN Santa Rosa
 
Lange ist es her, dass ich meine Homepage zum Bloggen genutzt habe. Zum IRONMAN Wales um genau zu sein. Das ist nun acht Monate her. Uff. Viel hat sich seitdem verändert und vieles ist so identisch geblieben.
 
Ich habe zum Beispiel an meinen Schwächen gearbeitet: Rad fahren und mit dem Schwimmen zu koppeln. Außerdem gab es eine neue, aerodynamischere, aber für die Oberschenkel entlastende Radposition.
An meiner Schwäche, dass ich mehr bloggen will, habe ich weniger gearbeitet. Manchmal ist das real life dann eben doch wichtiger. Meine sozialen Kanäle sind dafür immer up to date. Versprochen!

Nach der äußerst knapp verpassten Qualifikation für Hawaii in Wales bin ich erst einmal in ein tiefes Loch gefallen. Manchmal war es so tief wie unsere Badewanne und ich war froh, dass ich mich beim Duschen hinsetzen konnte und manchmal war es so tief wie bis zum Erdkern. Mittlerweile habe ich aber meine Lehren aus Wales gezogen. Ich stehe nun noch früher auf, esse weniger Brötchen am Rennmorgen und weiß vor allem eines: Niemals aufgeben Tim! Das ist meine große Lehre. Zwischenzeitlich hatte ich schließlich über 20 min Rückstand auf den Qualiplatz. Dass es am Ende quasi nur der Toilettenstopp war, ist tragisch, zeigt aber meine Kämpfermentalität. Mit meiner Trainerin Steffi hatte ich eine Woche nach dem Rennen telefoniert, wo denn nun der Fahrplan hingeht. Kurzzeitig hatten wir die Idee im Oktober Louisville hinterher zu schieben, aber dazu war ich dann mental und körperlich im Eimer. Da ich ja mittlerweile doch ein wenig an die Schulferien gebunden bin und mir ein Rennen in Europa im Sommer zu spät war, fiel die Wahl ziemlich einfach auf Santa Rosa – ein Rennen mit viel Tradition und Herzblut. Bevor es von der Ironman Cooperation gekauft wurde, hieß das Rennen Vineman und hat hier drüber ähnlichen Kultcharakter wie z. B. Moritzburg oder eben Roth in klein (1900 Starter/innen). Die Community hier ist zumindest gigantisch und die Vorfreude auf Samstag sieht man hier vielen an. Auch die Strecken sind total liebevoll. Insgesamt ist das hier also kein weiteres 0815 IRONMANrennen, sondern ein verwurzeltes Kultrennen. Das ist toll!
 
Ursprünglich war die Planung natürlich eine Trotzreaktion getreu dem Motto jetzt erst recht die Quali holen. Im Laufe des schier endlos langen Winters ist mir aber bewusster geworden, dass es nicht immer nur um Platzierungen geht. Ich könnte so am Samstag z. B. Dritter werden, damit die Hawaiiquali verpassen, das Rennen meines Lebens abliefern und wäre trotzdem unzufrieden. Wenn ich mir dann noch die Verbeamtungsrate sowie die Ausbildungsquote von Lehrern in Schleswig-Holstein angucke, dann ist mir bewusst, dass mein Leben in den nächsten zehn Jahren vor allem eins sein wird: unplanbar. In zehn Jahren wird Hawaii allerdings auch noch immer da sein.
 
Letztendlich geht es also doch nur darum, dass ich mit mir selber zufrieden bin. Ok, meine Sponsoren natürlich auch, aber letztendlich steht bei mir das Ich im Fokus. Traurige Bilder will niemand sehen.
Wenn ich mir dann also meine Langdistanzkarriere so angucke, fällt mir ebenfalls auf: So richtig zufrieden bin ich nur mit einem von sechs Rennen. Eins aus sechs. Das ist irre.
 
2010 in Frankfurt bin ich gewandert und nach 14 Stunden als drittjüngster Finisher mit Magenkrämpfen deluxe ins Ziel gekommen. Das war echt hardcore.
 
2014 auf Lanzarote bin ich zwar Dritter in meiner Altersklasse geworden, habe mir aber in der Rennwoche einen Muskelfasteranriss zugezogen und bin entsprechend 25 km des Marathons gewandert.
 
2014 auf Mallorca bin ich 2. in der Altersklasse mit Hawaiiquali geworden. Das war cool! Mein Strahlerennen, von dem ich noch immer viel Energie ziehe.
 
2015 war ich auf Hawaii. Dass ich dort total dehydriert und verkrampft auf der Laufstrecke gelitten habe und im Zielbereich kollabiert bin, wissen sicherlich noch die meisten. Das war Affenhitze pur.
 
2015 beim OstseeMan war irgendwie Scheiße am Schuh beim Radeln und entsprechend zäh auf der Laufstrecke.
 
2016 in Wales hatte ich furchtbare erste 60 Radkilometer, danach war es cool und das Laufen war eine erbarmungslose Hatz.
 
Das klingt jetzt alles so negativ. Natürlich ist dort viel schiefgegangen, aber aus Erfahrungen lernt man. Jeder Fehler führt zu einer Erfahrung und diese zu einer späteren richtigen Entscheidung. Für mich geht es hier in Santa Rosa am Samstag also darum, dass ich mein perfektes Rennen abliefere und mit einem fetten Lächeln im Ziel stehe.
Sollte ich dann wieder knapp die Qualifikation verpassen, werde ich zwar sicherlich wieder weinen, dann aber nur kurz und wissen, dass ich mein Bestes gegeben habe. Dafür bin ich hier. Um von KM 0 bis KM 226 ins Schwarze zu gehen. Ganz ohne Mindfuck und Druck im Kopf, denn darum geht es: Gehts raus und habt Spaß da draußen!
 
Dieser Blogartikel soll nun keine Vorabentschuldigung sein, weil ich zufällig meine Altersklasse durchgescant habe (habe ich ja aber), denn wenn mich jemand fragt, wie sehr ich die Quali oder ein geiles Rennen wirklich möchte, müsste ich wie Chuck Norris antworten: Alles!
 
Ich habe im Winter hart, sehr hart an mir gearbeitet. Wenn ich vor dem Spiegel stehe, habe ich so wenig Körperfett wie 2014 nicht mehr. Und das im Mai und nicht im September. Ich habe mehr als nur #richtigbock. Mein Material stimmt, dank meiner Sponsoren, auf den Punkt genau. Die Woche hier war außer der Radverspätung dank meiner Begleitung tiefenentspannt, die Gegend ist traumhaft und ich bin ready to go.
 
Kommen wir zum Technischen:
Samstag 6:40 Uhr ist Startzeit. Für euch ist das 15:40 Uhr mitteleuropäische Sommerzeit. Meine Startnummer ist die 355. Mich kann man via IRONMAN App, im Tracker auf der Homepage sowie in gewohnter Form mit meinem persönlichen Liveticker in meinen sozialen Netzwerken verfolgen. 3,8 km Schwimmen im Lake Samoa, 180 km Rad fahren im Napa Valley, um den Russian River und das Dry Creek Valley (für die Weinkenner) sowie ein Marathon laufen in Santa Rosa Downtown stadtauswärts an irgendeinem Flüsschen entlang. Wir erwarten bis zu 31 ℃, Windböen bis zu 65 km/h aus Nordwest und jeder Menge Muskelkater und Sonnenbrand. Die Radstrecke bietet zwischen 1200 und 1800 Höhenmeter (die eine Karte sagt dies, die andere jenes), die Laufstrecke etwa 80 inklusive etwa 25 Wendepunkten. Profis sind hier nicht am Start. Für mich kann dies also nur eines heißen: Jagd auf das Führungsfahrzeug! 😉
 
Gerade an Tagen wie Samstag, ist dieser Satz für mich so wichtig geworden:
 
If you want to win anything – a race, your self (!), your life – you have to go a little berserk.


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